Videos / 26. Oktober 2026
Video vom 26. Oktober 2026
E-Auto für 11.900 €? Dacia Spring vs. Sandero – die ehrliche Rechnung (Prämie 2026)
Ist der neue Dacia Spring mit E-Auto-Prämie wirklich günstiger als der Dacia Sandero, Europas meistverkauftes Auto? Wir rechnen alles durch: Kaufpreis, Prämie 2026, Strom- und Spritkosten, Steuer, Versicherung, Wertverlust und Leasing.
Kapitel
Autos aus dem Video
Mit aktuellem Preis nach Förderung, nicht dem Stand des Videos.
Transkript
Das ganze Video zum Nachlesen
Spring für 11.900 €?
Das hier ist der Dacia Sandero. Er war in den letzten zwei Jahren das meistverkaufte Auto in Europa, und er kostet 13.590 Euro.
Und das hier ist der neue Dacia Spring, ein Elektroauto. Den gibt es laut Dacia schon ab 11.900 Euro.
Ein Elektroauto, das weniger kostet als Europas Bestseller? Das klingt fast zu gut, um wahr zu sein. Deshalb rechnen wir heute ehrlich nach, mit Kaufpreis und Prämie, Strom und Sprit, Versicherung und Wertverlust.
Und am Ende weißt du genau, für wen sich welches Auto lohnt und für wen nicht.
Die beiden Kandidaten
Fangen wir mit dem Dacia Sandero an. Seit Ende 2025 gibt es ihn mit Facelift, und dabei ist der alte Basismotor mit 65 PS weggefallen. Am günstigsten ist jetzt der Essential mit einem Ein-Liter-Turbobenziner, 100 PS und Sechsgang-Schaltung – für 13.590 Euro Listenpreis.
Der Dacia Spring dagegen ist komplett neu. Er wurde im September 2026 vorgestellt, und er ist ein Stück gewachsen – auf 3,86 Meter. Dazu kommen 82 PS und eine Batterie mit 27,5 Kilowattstunden, das reicht nach WLTP für 246 Kilometer. Und gebaut wird er nicht mehr in China, sondern in Slowenien.
Als Basisversion Expression kostet der Spring 17.900 Euro. Bestellen kannst du ihn schon, und laut Dacia kommt er im Dezember auf den Markt.
So funktioniert die Prämie
Bleibt die Frage: Der Spring kostet 17.900 Euro, also deutlich mehr als der Sandero – wie kommt Dacia dann auf 11.900? Ganz einfach: Dacia zieht direkt die neue staatliche E-Auto-Prämie ab, und zwar den Höchstbetrag.
Und so funktioniert die Prämie: Für ein neues Elektroauto gibt es erst mal 3.000 Euro als Grundförderung.
Für jedes Kind unter 18 kommen 500 Euro dazu, für höchstens zwei Kinder.
Versteuert dein Haushalt höchstens 60.000 Euro im Jahr, gibt es noch einmal 1.000 Euro obendrauf.
Und bei höchstens 45.000 Euro nochmal 1.000 – maximal sind es also 6.000 Euro.
Wer mehr als 80.000 Euro versteuert, geht allerdings leer aus. Mit Kindern liegt diese Grenze etwas höher, bei bis zu 90.000 Euro.
Die vollen 6.000 Euro, und damit auch die 11.900, bekommst du also nur, wenn dein Haushalt höchstens 45.000 Euro versteuert und du mindestens zwei Kinder hast.
Was heißt das jetzt für unseren Vergleich? Mit der Grundförderung von 3.000 Euro kostet der Spring 14.900 Euro – und ist damit immer noch teurer als der Sandero.
Günstiger wird er erst ab 4.500 Euro Prämie, dann kostet er 13.400 Euro.
Aber Moment: Beim Sandero Essential ist gar keine Klimaanlage dabei. Die kostet 800 Euro extra, während sie beim Spring immer serienmäßig ist. Rechnen wir also fair, beide mit Klimaanlage, dann kostet der Sandero 14.390 Euro.
Und dann reichen dem Spring schon 4.000 Euro Prämie. Die bekommen zum Beispiel Haushalte mit höchstens 60.000 Euro Einkommen – oder Familien mit zwei Kindern.
Die Faustregel lautet also: Mit der Grundprämie ist der Sandero günstiger, aber ab 4.000 Euro Prämie gewinnt der Spring beim Kaufpreis.
Zwei Haken gibt es allerdings noch. Erstens bekommst du die Prämie erst nach der Zulassung – beim Händler zahlst du also erst mal den vollen Preis.
Und zweitens muss das Auto mindestens drei Jahre auf dich zugelassen bleiben, sonst kann die Prämie ganz oder teilweise zurückgefordert werden.
Was bekommst du fürs Geld?
Der Preis ist aber nur die eine Seite. Was bekommst du eigentlich für dein Geld?
Beim Platz liegt der Sandero vorne: Er hat fünf Sitze, der Spring nur vier. Beim Kofferraum nennt Dacia für den Spring 337 Liter und für den Sandero 328 – klingt erst mal gleich. Nach der üblichen Messnorm VDA hat der Spring aber nur 245 Liter, während die 328 beim Sandero schon nach VDA gemessen sind. Der Sandero hat also gut 80 Liter mehr.
Bei den Fahrleistungen schafft der Spring 130 km/h Spitze und braucht 12,1 Sekunden auf Tempo 100. Der Sandero fährt 180 und ist in 9,7 Sekunden auf 100. In der Stadt ist das egal – auf der Autobahn merkst du es aber deutlich.
Der größte Unterschied liegt aber bei der Reichweite. Nach WLTP kommt der neue Spring 246 Kilometer weit, echte Praxistests gibt es aber noch nicht. Beim Vorgänger hat der ADAC im Test 185 Kilometer gemessen, und im Winter auf der Autobahn schätzt Green NCAP nur noch rund 120.
Der Sandero dagegen kommt mit einer Tankfüllung theoretisch über 900 Kilometer weit – und ist nach fünf Minuten an der Zapfsäule wieder voll.
Beim Laden gibt es noch einen Haken: Schnellladen kann der Spring nur mit dem Power-Paket für 500 Euro. Dann lädt er mit bis zu 50 Kilowatt, laut Dacia in etwa 28 Minuten von 15 auf 80 Prozent. Ohne das Paket lädt er nur langsam mit Wechselstrom, also an der Wallbox oder an normalen Ladesäulen.
Und dann ist da noch die Sicherheit. Beim Crashtest von Euro NCAP bekam der alte Spring 2021 nur einen von fünf Sternen, der Sandero bekam zwei. Beide Wertungen sind von 2021, und seitdem wurde keins der beiden Autos neu getestet.
Der neue Spring wurde noch gar nicht getestet – ob er besser abschneidet, wissen wir also noch nicht.
Was kostet der Alltag?
Jetzt wird es spannend: Was kosten die beiden im Alltag?
Starten wir mit der Energie. Ein Liter E10 kostet im Moment rund 2,15 Euro, und der Sandero hat im ADAC-Ecotest 5,8 Liter gebraucht – allerdings noch mit dem Vorgängermotor. Das macht rund 12,50 Euro auf 100 Kilometer.
Der alte Spring hat im ADAC-Test 16,7 Kilowattstunden gebraucht, Ladeverluste schon eingerechnet. Lädst du zu Hause zum Durchschnittspreis von 37 Cent, sind das rund 6,20 Euro auf 100 Kilometer – also nur die Hälfte.
Aufs Jahr gerechnet, bei 10.000 Kilometern, zahlst du beim Sandero rund 1.250 Euro und beim Spring rund 620. Du sparst also gut 600 Euro im Jahr.
Aber eben nur, wenn du zu Hause laden kannst. An öffentlichen Schnellladern kostet die Kilowattstunde im Schnitt fast 72 Cent, und dann zahlst du mit dem Spring rund 12 Euro auf 100 Kilometer – fast genauso viel wie mit dem Sandero.
Bei der Steuer ist der Spring klar im Vorteil: Elektroautos, die bis Ende 2030 zugelassen werden, sind bis zu zehn Jahre steuerfrei, längstens bis Ende 2035. Für den Sandero zahlst du 73 Euro im Jahr.
Auch bei der Versicherung liegt der bisherige Spring vorne: Er ist in allen drei Typklassen niedriger eingestuft als der Sandero. Für den neuen Spring gibt es allerdings noch keine Einstufung, hol dir also vorher ein Angebot.
In der Werkstatt sparst du beim Elektroauto den Ölwechsel und einige Verschleißteile. Der ADAC rechnet beim Sandero mit 51 Euro im Monat, beim alten Spring mit 46.
Und dann kommt der größte Kostenblock, der Wertverlust – und hier verliert der Spring deutlich. Laut einer Schwacke-Prognose für Auto Bild verliert der Spring in vier Jahren rund 48 Prozent seines Werts, der Sandero nur rund 34 Prozent.
Diese Zahlen gelten allerdings noch für die Vorgängermodelle. Und wenn du Prämie bekommen hast, hast du für den Spring ja auch weniger bezahlt – dein echter Verlust ist also kleiner.
Und was sagt der ADAC unterm Strich? Er rechnet alle Kosten zusammen, bei 15.000 Kilometern im Jahr und fünf Jahren Haltedauer. Das Ergebnis: Der Sandero kostet 498 Euro im Monat, der alte Spring 467 – und zwar ganz ohne Prämie. Für den neuen Spring hat der ADAC noch keine Rechnung.
Beim Leasing sieht es allerdings anders aus. Mit Dacias aktuellen Angeboten über vier Jahre kostet dich der Spring insgesamt 11.532 Euro, der Sandero nur 5.784. Selbst mit 3.000 Euro Prämie bleibt der Spring deutlich teurer, erst mit der vollen Prämie von 6.000 Euro ist er knapp günstiger. Allerdings hat der Sandero in diesem Angebot keine Klimaanlage.
Fazit: Für wen lohnt sich was?
Also: Ist das E-Auto günstiger als Europas meistverkauftes Auto? Die ehrliche Antwort: Es kommt auf dich an.
Der Spring lohnt sich, wenn du zu Hause laden kannst und vor allem in der Stadt und auf kurzen Strecken fährst, zum Beispiel als Zweitwagen. Außerdem sollten dir vier Sitze reichen, und du solltest mindestens 4.000 Euro Prämie bekommen. Dann ist er beim Kaufpreis günstiger und im Alltag deutlich billiger.
Der Sandero ist die bessere Wahl, wenn du zu Hause keine Lademöglichkeit hast, oft Autobahn oder lange Strecken fährst oder fünf Sitze brauchst. Und natürlich auch, wenn du über der Einkommensgrenze liegst oder leasen willst.
Zum Schluss noch zwei Tipps. Erstens: Das günstigste Elektroauto in diesem Vergleich ist vielleicht gar nicht der Spring. Citroën legt beim ë-C3 bis Ende 2026 nämlich den gleichen Betrag drauf wie der Staat, also mindestens 3.000 und höchstens 6.000 Euro. Und selbst wenn du gar keine staatliche Prämie bekommst, gibt dir Citroën 3.000 Euro Rabatt. Mit der Grundprämie kostet der ë-C3 dann 14.140 Euro – weniger als der Spring und sogar weniger als ein Sandero mit Klimaanlage.
Dafür bekommst du fünf Sitze und vier Meter Länge, allerdings etwas weniger Reichweite als beim Spring. Mit der vollen Prämie sind es sogar nur noch 8.140 Euro. Das Angebot gilt aber nur bei teilnehmenden Händlern – mehr dazu im nächsten Video.
Und zweitens: Den alten Spring gibt es noch als Lagerfahrzeug, mit bis zu 3.000 Euro Dacia-Bonus zusätzlich zur staatlichen Prämie. Dafür musst du aber bis Ende 2026 kaufen und das Auto auch zulassen, und das nur, solange der Vorrat reicht. Und denk daran: Das ist das alte Modell, mit nur einem Stern im Crashtest.
Im nächsten Video vergleichen wir die günstigsten Elektroautos in Deutschland, alle mit Prämie. Abonnier den Kanal, damit du es nicht verpasst – bis dann!
Quellen
- Dacia Spring
- Dacia Sandero
- Förderrichtlinie E-Auto-Prämie
- ADAC Spritpreise
- BDEW Strompreisanalyse
- ACE Ladepreise
- Euro NCAP
- Typklassen (GDV)
- Citroën-Aktion
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